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Trolle und Löschpolitik

Ein perfektes Beispiel, warum ich dann einen eigenen Blog wollte:

Der Eine oder die Andere wird mitbekommen haben, dass gerade für meine Frau bei FB eine Spendenaktion läuft. Nun verteilt sich sowas recht schnell, Leute bieten sich an, das Ganze noch weiter zu verteilen, um so für mehr Reichweite zu sorgen, und die Spendensumme zu erhöhen. So weit so toll.

Wie nicht anders erwartbar fühlt sich dann auch der ein oder andere bemüssigt, ungefragt sein „Wissen“ in Form eines guten Ratschlags zu verteilen, in diesem Fall „Ein wirklich gutgemeinter Rat vom Physio-, Lymph- und Ödemtherapeuten.“ – nämlich die Finger von entsprechenden Operationen zu lassen, weil sie ja nix bringen, das Lipödem sowieso wiederkommt, und die einzige dauerhafte Therapie Kompression, Lymphdrainage und Sport sei. Letzteres möge er mir bitte mit den vorhandenen gesundheitlichen Problemen meiner Frau vormachen. Jedenfalls finde ich, dass eine solche Aussage unter einem Spendenaufruf für die Zusatzkosten einer OP dort nicht hingehört, weil sie das konterkariert.

Ich wäre ja drauf und dran, dem guten Mann finanzielle Interessen vorzuwerfen, und dass er Angst hat, dass ihm Patienten abhanden kommen, wenn die OP’s sich als dauerhaft wirksam erweisen, und sich die Liposuktion im Leistungskatalog der Krankenkassen wiederfindet – nur arbeitet diese Koryphäe nicht mal in dem Bereich – der „Experte“ kellnert inner Disse.

Entsprechend fiel meine Antwort unter seinem Beitrag aus: Ich empfahl ihm eine Weiterbildung, wenn wir schon dabei wären, „gute“ Ratschläge auszutauschen.

Was der Teilenden – von der ich nach wie vor behaupte, sie ist eine meiner besten Freundinnen – nicht wirklich gefiel, und um Löschung bat – und das mal fix denn auch selber erledigte, derweil ich noch auf ihre private Nachricht antwortete. In der folgenden Diskussion bat ich darum, dann wenigstens auch den Trollpost zu löschen – und bekam zur Antwort, dass das Löschen des Trollbeitrags eine ähnlich schädliche Wirkung auf diese und zukünftige Spendenaktionen habe, wie meine Antwort stehen zu lassen. What???

Wofür das Ganze hier? Weil ich es kann, und weil ich finde, dass diese Sache nicht sang- und klanglos unter den Teppich gekehrt werden sollte. Aus Respekt meiner Freundin gegenüber werde ich jedoch ihr FB-Profil nicht verlinken. Aber vielleicht findet der Experte ja irgendwie hierher – das könnte in den Kommentaren lustig werden.

so, sorry, musste raus

Frohes Neues

Ich hoffe ja, dass Ihr alle gut reingekommen seid, mit viel Spass, Freunden und/oder Familie, oder sonstigen lieben Menschen. Wir hatten jedenfalls das Haus voll mit lieben Freunden (die sich teilweise extra von der Ostsee auf den Weg gemacht haben)

Und wie zu jedem Jahreswechsel ist auch dieser mit guten Vorsätzen versehen – auch wenn keiner sie als solche bezeichnet. Mein Vorsatz? Hier mehr Leben reinbringen, den Blog besser pflegen. Ausserdem hab ich wohl jemanden inspiriert: Meine Frau.
Auch wenn man seine Beziehungen ja nicht als Wettbewerb führen soll, es kann ja nicht sein, dass sie auf Ihrem aktiver ist als ich. Wenn sie also Zeit und Musse hat, ihre Seiten mit Beiträgen zu füllen, und was zu sagen hat, dann sollte mir das doch wohl auch gelingen, oder?

In diesem Sinne hoffe ich für euch und alle auf ein gesundes, friedliches Jahr 2017.

Ich wollte doch …

Ich wollte bloggen. Regelmäßig. Interessant. Witzig. Von Zuhaus, oder unterwegs. Mit Bildern, von Orten, von Spielen, von persönlichen Gegebenheiten, von Events, von großen und kleinen Ereignissen. Verlinken auf andere Blogs, andere Seiten. Witziges mit meinen Lesern teilen. Stattdessen weht der Wind hier seit über zwei Jahren die Tumberweeds durch ein leeres Blog. Ich würde ja sagen, ich war zu faul, zu desinteressiert, aber nein, das Alles war es irgendwie nicht.

Es war oder ist eine Mischung aus „Shit, schon wieder nicht dazu gekommen“ und „Driss, das Ding ist zwei Tage her, wen interessiert denn das noch?“, verbunden mit „Och nöö, heute nicht mehr“. Kennt ihr vermutlich.

Egal, Neustart, wieder mal loslegen, wieder mal planen, wieder mal kontrollieren wollen, was man so ins Netz bläst, wieder mal für Gegenwind und Kommentarspam und Ähnliches wappnen – und sich irgendwie auch drauf freuen.

Also dann, legen wir los… und hoffen, dass irgendwann mal mehr als nur der Googlebot mitliest 😉

Ich will auch!

Lässig sein. Ironisch rüberkommen. Spass beim Lesen, viel mehr aber beim Schreiben haben.
Und plötzlich muss darf wollte ich dann einen Artikel im Feuilleton der FAZ lesen, welcher vom Titel, als auch in den ersten Sätzen doch interessant zu werden versprach.
Und zunächst verschaffte es mir Einblicke in ein Magazin, an dem ich vermutlich viel zu lang sträflich vorbeigelaufen bin: Vice
Man kann sicherlich darüber streiten, ob die Info, dass das Bundesland in dem man wohnt, bei einer Zombie-Apokalypse als erstes überrant wird, einen gleichberechtigten Platz neben aktuellen Meldungen aus der Ukraine hat. Man kann sich auch fragen, ob das nicht irgendwie den Ernst der Meldung schmälert, direkt neben einem – höchstwahrscheinlich – fiktionalem Katastrophen-Ereignis veröffentlicht zu werden.

Man kann das aber auch einem etwas anderen Blickwinkel betrachten: Wenn jede Meldung „gleichberechtigt“ veröffentlicht wird, ohne die oftmals gerade in der etablierten Presse allzusehr überstrapazierten Betroffenheitsfloskeln, oder ohne zusätzlichen Hinweis auf den fiktionalen Charakter, ohne zusätzliche Ironie, ohne wirklich zusätzlich noch eine Schippe einer Emotion draufzupacken, dann sind das Nachrichten. Nicht mehr – aber eben auch nicht weniger. Und zumindest für mich glaube ich, ich mag diese Aufbereitung sehr, für mich schafft das eine Form von Objektivität – und wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin, liebe Kollegen in den Redaktionen von Burda, Springer, DuMont, Aschendorff, liebe Herausgeber von Bild, Welt, Spiegel, Stern, Süddeutsche, dann ist genau das, was ich in den letzten Jahren bei euch zu vermissen gelernt habe.
Besonders toll finde ich übrigens dann das Blog-Bashing, das direkt im Anschluss folgt, nachdem Vice als Vertreter des „Krawall-Journalismus“ bezeichnet wurde. Frau Lühmann scheint ein wenig neidisch auf die Kollegen zu sein, die „werbefinanziert“ dann auch „allenfalls Mini-Redaktionen beschäftigen“. Was vermutlich der Grund für den gerade erwähnten Neid ist: Da steckt eben kein Chefred hinter, dessen Gusto befriedigt werden muss (falls es nur das ist), und der Schreiber läuft nicht Gefahr einen Nasenbeinbruch davon zu tragen, falls mal jemand besagten Chefred in den Hintern tritt. Schnoddrig und cool seien sie wohl nicht, so lese ich heraus, und „alle gleich“ – und macht das denn auch daran fest, dass sich bestimmte Meldungen wiederholen. Vielleicht mal als Tip an Ihren Chef Frau Lühmann: Vieles, was in der FAZ steht, findet sich bereits in anderen Blättern – warum sollte also die FAZ oder die Welt nochmal über Sanktionen gegen Russland berichten, wenn doch die Bild oder die Rheinische Post schon einen Artikel dazu gebracht hat. Lösen wir das Ressort doch einfach auf, und stampfen das Feuilleton gleich mit ein, gibts woanders bestimmt auch schon.

Verschiedene Menschen oder Sichtweisen? Geschenkt, da ja auch die Blog-Leser alle im Altersbereich zwischen 13 und 30 sind (Ich hab ja auch pünktlich zu meinem 31. aufgehört, Blogs zu lesen, ich gestehe) – und zumindest die Leser ebenjener „Gleichen“ wahrscheinlich auch alle die gleichen Blogs lesen. Wenn wir jetzt reinrechnen, dass wir die Meldung eh dann 3-30 mal lesen, wird auch klar, warum alle das Netz für so gefährlich halten. Was das allein an Zeit kostet – die dann natürlich Zeitungen zur Meinungsmache fehlt. (Gibt es eigentlich FAZ-Leser, die erst 13 sind?). Nun, Hauptsache, man hat mal wieder auf (evtl. auch nur vermeintlich) erfolgreiche Konkurrenz eingedroschen.

Ronny vom Kraftfuttermischwerk hat sich als direkt Betroffener auch zu Wort gemeldet – ist aber zu anderen Themen immer einen Besuch wert. Was denn auch mein eigentlicher Grund war, mich dazu zu äussern.

So gesehen also vielen Dank, liebste Kollegin bei der FAZ, immerhin hat Ihr Artikel mir einen kleinen Schubs zum Start gegeben