Werte Herren Doktoren

Hallöchen Herr Hecken,

schön, dass nachdem Sie und ihre Kollegen im Bezug auf Lipödem, auf entsprechende Versorgung, auf Aufnahme der Liposuktion in den Leistungskatalog jahrelang untätig geblieben sind, und es tatsächlich die Drohung des Bundesgesundheitsministers (zu Ihnen später mehr, Herr Spahn) brauchte, die Selbstverwaltung entsprechend zu beschneiden resp. aufzulösen, damit Sie und ihre Kollegen sich in dieser Sache mal bewegen. Glückwunsch. Irgendwie mach ich das bei meinem 5-Jährigen genau so: Wenn der seinen Kram nicht in Ordnung hält, droh ich auch damit, das Zeug zu entsorgen. Der GB-A scheint also in seiner Gesamtheit die geistige Reife eines Kindergartenkinds zu haben.

Ist ja nicht so, dass schon seit Jahren Liposuktionen durchgeführt werden, meist selbstbezahlt, dass dafür die Altersvorsorge aus- und aufgelöst wird, das Auto verkauft wird, sich bei Banken oder in der Familie verschuldet wird. Die Daten liegen vor – man müsste sie nur abrufen wollen. Entsprechend auswerten sollte man ja können, genügend Zahlenschubser sollten sich ja auftreiben lassen – oder sind die noch alle beschäftigt mit anderen Vorgängen, die auch schon seit Jahren verschleppt werden?

Wie dem auch sei: Der vorgeschlagene Kompromiß ist ein Schritt auf dem richtigen Weg – aber noch lange nicht genug Herr Hecken, da muss Einiges mehr kommen – und es muss schnell kommen, immerhin leiden viele Betroffene schon seit Jahren. Das kann und darf so nicht weitergehen. Fragen Sie die Damen, die nicht operiert sind, welche Schmerzen sie haben. Fragen Sie die bereits operierten, inwieweit sich ihr Leben verbessert und ihr Leiden verringert hat, um wieviel der Schmerz weniger geworden ist – und erzählen Sie bitte den Damen mit Stadium I und II mit ihren Schmerzen, mit wieviel Euro jede Minute ihrer Schmerzen berechnet wird, damit die Operation, die das beenden oder lindern könnte, „wirtschaftlich“ wird. Wie lange sollen oder müssen die Betroffenen leiden 3 Monate? 6? 2 Jahre, oder vielleicht doch schon seit der Pubertät? Mit wie vielen falschen Diagnosen wurden und werden die Damen auf eine Odyssee durch Krankenhäuser, zu Ärzten, zu unsensiblen Sachbearbeitern bei den KK geschickt, die sich dann auch noch einbilden, sie könnten das Krankheitsbild und die Berhandlung besser beurteilen als der Facharzt (oder die operierte Patientin, die wegen einer Kostenerstattung vorspricht).

Reden Sie mal mit den Betroffenen, gehen Sie raus, und schauen Sie sich um. Wenn Sie wollen, kommen sie zum nächsten Treffen der Lipo-Elfen. ich bin sicher, die Damen werden Ihnen Rede und Antwort stehen.
Reden Sie bitte mit uns, und nicht über uns. Und tun Sie bitte auch nicht so, als ginge es hier um „Wirtschaftlichkeit“ – das ist bei  21 Mrd(!) Finanzreserve unglaubwürdig (egal, wohin die gehen mag, allein die Tatsache, dass es entstehen konnte, ist schockierend: Wie vielen Tausend Patienten mit egal welchen Erkrankungen wurde eine Behandlung willentlich und wissentlich vorenthalten, damit das entstehen konnte).
Lieber Herr Hecken, hochgeschätzter GB-A, handeln Sie! Jetzt!! Nicht mit Kompromissen, die längst überfällig sind, und das Leid Betroffenen nur noch unnötig verlängern.
Handeln Sie jetzt!

#gemeinsamstatteinsam
#lipoedem-fakten
#jedezehntefrau

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